Geschichten, die bewegen – Projekttage „Krieg, Gewalt & Unrecht“ 2026
Eine Frau erzählt, wie sie mit ihren kleinen Geschwistern aus dem Libanon fliehen musste. Zwei Frauen berichten, wie der Krieg in der Ukraine von einem Tag auf den anderen alles veränderte. Ältere Menschen erinnern sich daran, wie es war, das Ende des Zweiten Weltkrieges als Kind zu erleben. Und danach wird gemeinsam Pizza gebacken.
Genau das macht die Projekttage „Krieg, Gewalt & Unrecht“ so besonders.
Ein Projekt mit langer Geschichte
Seit über zehn Jahren nehmen die 4. Klassen unserer Schule an diesem Projekt teil. Es wird gemeinsam von der Schule, der evangelischen Kirchengemeinde Blankenburg und dem Lebenskundeunterricht vorbereitet und durchgeführt. Das ganze Schuljahr über bereiten sich die Kinder vor: mit einem Zeitstrahl von 1900, Filmen über das Berlin der 1930er Jahre, Texten über die DDR und Gesprächen darüber, was Demokratie eigentlich bedeutet.
Im Mai 2026 folgten dann drei intensive Projekttage.
Zuhören, was Mut braucht
Jedes Kind konnte in diesen drei Tagen mit bis zu vier Zeitzeug*innen ins Gespräch kommen. Amne Chames berichtete von Flucht und Neuanfang aus dem Libanon. Frau Ruban und Frau Datschenko erzählten von ihrem Leben in der Ukraine und was der Krieg für sie bedeutet. Frau Bölling und Herr Schulze sprachen über den Alltag in der DDR – und was es kostet, eine eigene Meinung zu haben, wenn sie nicht erwünscht ist. Frau Steffens und ihre Mitstreiterinnen von den „Omas gegen rechts“ zeigten, warum es auch heute wichtig ist, nicht wegzuschauen. Milan Pierzynski ging mit Gruppen zu den Gräbern von Menschen, die in den letzten Kriegstagen in Blankenburg ums Leben kamen – mitten in unserem Stadtteil.
Gemeinsam anstatt allein
Der dritte Tag gehörte dem Miteinander: Suppe wurde gekocht, Traumfänger mit Frau Graf gebastelt, Pizza mit Frau Hoppe und Amne Chames gebacken, Hütten gebaut, gesungen und gesprochen – gemeinsam auf Augenhöhe.
Das Lebenskundejahr endet traditionell mit einer „warmen Dusche“: Jedes Kind bekommt von seinen Mitschüler*innen Worte, die stärken und ermutigen – ein würdiger Abschluss für ein Schuljahr voller großer Themen.
Herzlichen Dank an alle Zeitzeuginnen, Begleiterinnen und Kooperationspartner*innen, die dieses Projekt Jahr für Jahr möglich machen. Und den nächsten 4. Klassen: Wir wünschen euch eine genauso bewegende Zeit.
Eure Carola Rupprecht
→ Mehr zum Projekt „Krieg, Gewalt & Unrecht“







